Geschichte: Nürnberger Händler Stromer betrieb erste Papiermühle Deutschlands

Nürnberg – Die erste Papiermühle nördlich der Alpen sowie in Deutschland wurde 1390 von dem Nürnberger Großhändler und Fabrikanten Ulman Stromer (1329-1407) erbaut. Er war damals auch oberster Stadtbaumeister und hatte in dieser Funktion die Oberaufsicht über den Bau des „Schönen Brunnens“ auf dem Nürnberger Hauptmarkt.  Ulman Stromer war das 12. von 18 überlebenden Kindern des Nürnberger Handelsherrn Heinrich Stromer (gest. 1347) und seiner zweiten Ehefrau Margarete Geusmid. 1358 wurde seine erste Ehe mit der Tochter eines reichen Hammer- und Hüttenbesitzers von Sulzbach urkundlich erwähnt. Ein Jahr nach deren Tod ehelichte er 1366 eine 14-Jährige. Ulman Stromer begann 1360 mit den Aufzeichnungen für sein „Püchl von Mein geslecht und abentwr“, in dem er Ereignisse in seiner Familie, seinem Unternehmen und in der damaligen Politik niederschrieb. Dieses Buch gilt als das früheste Werk der Nürnberger Geschichtsschreibung und als erste Autobiografie des Mittelalters. Eng verbunden war Ulman Stromer mit dem pfälzischen Wittelsbacher Kurfürst Rupprecht II:. Dank Ulmans finanzieller Unterstützung wurde 1400 Wenzel gestürzt und Rupprechts II. Sohn zum König gewählt. Rupprecht II. wohnte bei Aufenthalten in Nürnberg bei den Stromers. Der Nürnberger Patrizierfamilie Stromer gehört seit 1754 das Schloss Grünsberg bei Altdorf (Kreis Nürnberger Land) in Mittelfranken. Dieses überregional bedeutende Denkmal wurde in den letzten Jahren liebevoll renoviert. *Lesetipp:
http://www.stromerstiftung.de